Wie das geht? Das haben wir unseren Profikoch Lukas Eversmeier gefragt. Er hat uns nicht nur leicht umsetzbare Antworten darauf gegeben, sondern die Hinweise und Tipps auch gleich einmal vorgeführt. Es geht eben nichts über das Visuelle. Genau das ist auch Lukas‘ Grundsatz beim Anrichten: Das Auge isst mit. Daher seine Meinung: „Die Darstellung der Komponenten auf dem Teller gehört genauso untrennbar zum Kochen dazu wie das Vorbereiten und das Saubermachen im Nachgang“.
...und nicht nur das Auge isst mit! Einen Fokus auf das Anrichten von Speisen zu legen, hat laut Lukas gleich mehrere Gründe und Vorteile:
Lukas‘ Antwort: "Definitiv ja! Bereits beim Schreiben der Speisekarte und Zusammenstellen des Gerichtes sollte überlegt werden, wie man das Produkt am Ende präsentieren möchte“. Am besten stellt man sich folgende Fragen:
Zudem empfiehlt Lukas, seine Ideen vorher zeichnerisch auf ein Blatt Papier zu bringen. So kann man sich die Proportionen besser vor Augen halten. Noch besser: zuvor einen Probeteller anrichten. „Wenn man genau weiß, wie alles angerichtet wird, kann man schon super Vorarbeit leisten und alles bereitstellen, damit es dann im laufenden Betrieb schnell geht", lautet sein Tipp. Mis-en-place und Vorlagen für Köche schaffen also Effizienz und nicht zu vergessen: eine gleichbleibende Qualität.
Manchmal muss man sich zu helfen wissen. Davon kann Lukas eine Geschichte erzählen: „Damit bei jedem Hauptgang die Soße beim Servieren nicht über den Teller läuft, habe ich früher Gemüsepürees in einem Kreis angerichtet – das sah vor allem auch gut aus. Damit das Anrichten einfacher von der Hand geht, habe ich dazu einfach einen Schallplattenspieler genommen", lacht Lukas. Das Ganze war dann eine beeindruckende Show für die Gäste und ist so gut angekommen, dass ich das öfters gemacht habe. „Erst haben wir darüber Musik abspielen lassen und später damit die Teller angerichtet – alles natürlich unter hygienisch einwandfreien Bedingungen." Ein Highlight, das den Gästen lange in Erinnerung blieb. "Für den gastronomischen Alltag empfehle ich aber die Nutzung eines Tortendrehtellers – aus praktischen und hygienischen Gründen", ergänzt Lukas.
Vielleicht hat nicht jeder das Fingerspitzengefühl, eine künstlerische Ader oder die Zeit und Geduld seine Gerichte höchst kreativ anzurichten. Lukas‘ Credo daher: „Jeder sollte sich die Mühe geben, die er im Stande ist zu leisten“ – In diesem Sinne: Ran an Pinzette, Dosierflasche, Fingerpalette und Co. und viel Freude beim Anrichten!